Switch2 - Der Second Screen als Multitaskingfluch(t)

Studie zur Mediennutzung

Die meisten kennen es wahrscheinlich : Man schaut auf dem Notebook genüsslich seine Lieblingsserie, meistens auf dubiosen Webseiten, die in .to enden, hat dahinter noch ein Fenster mit Facebook offen und schreibt gleichzeitig seinen wichtigsten sozialen Kontakten per Smartphone. Im Extremfall läuft nebenbei noch irgendwo ein guter alter Fernseher und beschallt uns mit Hintergrundgeräuschen. Das beschriebene Verhalten, die Parallelnutzung von verschiedenen Medien, betitelt die Forschung mit “Second-Screen-Nutzung”. Diesen Begriff haben wir uns zum Forschungsgegenstand gemacht. Insbesondere interessiert uns, wieso Konsumenten zur Parallelnutzung greifen und welche Auswirkungen dies auf die Gefühlslage sowie die Wahrnehmung des konsumierten Entertainmentangebots hat. Tauscht man sich gerne gleichzeitig mit der besten Freundin aus, welche Kandidatin bei Germany’s Next Top Model rausgeflogen ist? Oder nervt es nur, wenn ständig das Handy WhatsApp-Nachrichten anzeigt, während man versucht, sich auf seine Serie zu konzentrieren?

Diesen und ähnlichen Fragen widmeten wir uns ein Semester lang bei diesem Projekt zur quantitativen Medienforschung. Mittels einer "Medientagebuch"-Methode erhoben wir zwei Wochen lang Daten über das Second-Screen-Nutzungsverhalten unserer Probandengruppe. Nach jeder Mediennutzung wurden die Probanden zu individualisierten Zeitpunkten per SMS aufgefordert, einen kurzen Fragebogen am Handy auszufüllen. Im Anschluss wurden die Daten mit gängigen Analysetools ausgewertet und interpretiert.